Im Rahmen der angestrebten Konzentration der Standorte der Berner Fachhochschule BFH wird in Biel südlich des Bahnhofs auf dem sogenannten Feldschlössli-Areal der Campus Biel/Bienne entstehen. An diesem Standort werden die beiden Departemente Technik und Informatik sowie Architektur, Holz und Bau konzentriert.

Mit dem neuen Campus in Biel wird der Kanton Bern als Bildungsstandort gestärkt und die Berner Fachhochschule in der Fachhochschullandschaft Schweiz wettbewerbsfähig positioniert. Zudem führt eine räumliche Konzentration bei den Raumkosten zu einer Effizienzsteigerung und damit zu tieferen Unterhalts- und Betriebskosten.

Eine Verzögerung des Baustarts des Campus Biel/Bienne hat sich bereits aufgrund des Rechtsstreites mit einem Anstösser abgezeichnet. Ein zweiter Grund für die Verzögerung ist die Tatsache, dass das Amt für Grundstücke und Gebäude des Kantons Bern (AGG) die Totalunternehmer-Ausschreibung abbrechen musste. Die eingegangenen Offerten bewegen sich nicht im vorgesehenen Kostenrahmen des Kantons. Nun muss die Inbetriebnahme definitiv um mindestens ein Jahr verschoben werden.

Das AGG stellte im Rahmen einer ersten Analyse mehrere Hauptfaktoren für die Differenzen zwischen den Vorstellungen des Kantons und der Totalunternehmen (TU) fest. Dazu gehören die Einzigartigkeit des Projektes in Bezug auf Grösse und Komplexität, die hohen Anforderungen an den Holzbau und somit an die Schweizer Holzbranche, die definierten Rahmenbedingungen betreffend Terminvorgaben, Ausschreibungsbestimmungen und vertraglichen Bedingungen sowie die momentanen Unsicherheiten im Bewilligungsverfahren.

Unabhängige Expertise
Das AGG hat nun eine unabhängige Expertise in Auftrag gegeben, welche das Ausschreibungsverfahren ebenfalls prüft. Aufgrund dieser Erkenntnisse wird das AGG die Ausschreibungsunterlagen entsprechend neu vorbereiten und ausloten, wo zusätzliches Potential vorhanden ist. Das AGG zeigt sich zuversichtlich, dass in einer zweiten Runde wirtschaftlich bessere Angebote eingehen werden. Ziel ist es, haushälterisch mit den gesprochenen Kantonsgeldern umzugehen, ohne qualitative Einbussen am Projekt in Kauf zu nehmen. Das von der Berner Fachhochschule (BFH) bestellte Raumprogramm soll wie geplant umgesetzt werden.

Verzögerung absehbar
Eine Verzögerung war bereits absehbar, da ebenfalls auf der Bewilligungsebene rechtliche Entscheide ausstehen. So ist die Überbauungsordnung noch nicht rechtskräftig und gegen die Enteignung ist weiterhin eine Einsprache hängig. Somit steht auch die Baubewilligung aus. Dies sollte sich in den nächsten Monaten ebenfalls klären.
Die Verzögerung hat auch direkten Einfluss auf die räumliche Zusammenlegung der Departemente der Berner Fachhochschule (BFH) und die Nachnutzung der heutigen Hochschulräumlichkeiten. Hier werden nun entsprechende Massnahmen nötig sein, um diese Verschiebung zu planen.